Neubau Inselhafen Prerow
Hafen- und Wasserbau
Bauunternehmung - Ingenieurbau
Planung, Erschließung und Bau des Inselhafens Prerow
Inselhafen Prerow: Neubau einer maritimen Hafenanlage vor der Küste
Vor der Uferlinie des Ostseebades Prerow wurde in einer Entfernung von rund 660 Metern ein Inselhafen errichtet. Das Bauvorhaben umfasst die Herstellung einer vorgelagerten Hafenanlage im Küstenbereich sowie die vollständige landseitige Anbindung über eine Seebrücke.
Der Inselhafen verfügt über eine nutzbare Fläche von rund 10.000 m² und bildet zusammen mit der Seebrücke und den Funktionsbauwerken die zentrale maritime Infrastruktur des Projekts.
Ziel des Projekts ist die Schaffung einer funktionalen Hafeninfrastruktur außerhalb der sensiblen Küstenzone sowie die Neuordnung bestehender hafenbezogener Nutzungen.
Wie funktioniert die Seebrücke zur Erschließung des Inselhafens und wie wurde sie konstruiert?
Die Anbindung des Inselhafens an das Festland erfolgt über eine neu errichtete Seebrücke mit integriertem Fahrgastschiffanleger. Sie dient sowohl der verkehrlichen Erschließung als auch der technischen Versorgung der Hafenanlage.
Die Seebrücke wurde auf Stahlrohrpfählen gegründet und mit einem Überbau aus Stahlbetonfertigteilen ausgeführt. Die Steganlagen und der Anleger bestehen aus Stahlkonstruktionen und ermöglichen die Nutzung durch unterschiedliche Schiffstypen.
Mit einer Länge von rund 720 Metern, einer Breite von etwa 4,20 Metern und einer Gründung auf 87 Pfählen zählt die Seebrücke zu den längsten Bauwerken dieser Art im Ostseeraum.
Wie funktioniert die Wellenbrecherkonstruktion und welche Materialien werden eingesetzt?
Zum Schutz der Hafenanlage vor Seegang wurde ein Wellenbrecher hergestellt. Dieser besteht aus Sandmatten mit Kernmaterial als Senkbelastung sowie einer abschließenden Natursteinabdeckung.
Die eingesetzten Sandmatten übernehmen eine Filter- und Trennfunktion zwischen Untergrund und Deckschichten und tragen zur Stabilität des Bauwerks unter maritimen Einwirkungen bei.
Die Konstruktion des Wellenbrechers ist so ausgelegt, dass sie den Anforderungen an Dauerhaftigkeit und Widerstandsfähigkeit im Küstenbereich entspricht.
Konstruktion, Nutzung und Rückbau der Hafeninfrastruktur
Konstruktion und Gründung der Hafenbauwerke
Für das Betriebsgebäude des Inselhafens wurde ein Spundwandkasten hergestellt, der auf Stahlrohrpfählen tiefgegründet ist. Spundwände werden im Wasser- und Hafenbau eingesetzt, um dichte und standsichere Baugruben sowie dauerhafte Umschließungen zu gewährleisten.
Die Gründung auf Pfählen dient dazu, Bauwerkslasten in tragfähigere Bodenschichten abzuleiten und eine sichere Lastübertragung auch bei komplexen Baugrundverhältnissen zu gewährleisten.
Rückbau des Nothafens und Renaturierung des Hafenbeckens
Im Zuge der Errichtung des Inselhafens wurden die bestehenden Hafenanlagen des bisherigen Nothafens zurückgebaut. Das ehemalige Hafenbecken wurde anschließend renaturiert.
Die Maßnahmen dienen der Wiederherstellung natürlicher Strukturen im Küstenbereich und der Reduzierung anthropogener Eingriffe in empfindliche Naturräume.
Zusammenfassung des Bauvorhabens Inselhafen Prerow
Das Bauvorhaben umfasst die Errichtung einer vorgelagerten Hafenanlage mit zugehöriger Seebrücke, funktionalen Gebäuden und maritimer Infrastruktur. Die Umsetzung basiert auf klassischen Verfahren des Hafen- und Wasserbaus, darunter Pfahlgründungen, Spundwandkonstruktionen und Wellenbrecheranlagen.
Die Kombination dieser Bauweisen ermöglicht eine dauerhafte Nutzung der Anlage unter den Bedingungen des Küstenstandorts sowie eine funktionale Einbindung in bestehende Nutzungsstrukturen.
Daten und Fakten
Alle Details auf einen Blick.
Staatliches Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg
Prerow
44,4 Mio.
Juli 2022 - Mai 2025
Steinmaterial Wellenbrecher - 130.000 t
Stahlrohrpfähle/ Spundwand - 1.300 t
Stahlbetonfertigteile - 2.200 m³