Kaimauersanierung am Zollkanal vor Speicher P in der Speicherstadt
Hafen- und Wasserbau - Hamburg
Bauunternehmung - Ingenieurbau
Hafenbau mit Geschichte: So sichern wir die Kaimauer vor Speicher P
📍Projektübersicht
Im Herzen der Hamburger Speicherstadt, einem UNESCO-Welterbe, liegt der südliche Zollkanal. Vor dem historischen Speicher P erstreckt sich eine rund 130 Jahre alte Kaimauer über etwa 170 Meter. Aufgrund ihres Alters und der dauerhaften Belastung durch Tide und Witterung waren umfassende Sanierungsmaßnahmen erforderlich, um die Stabilität der Mauer sowie den Hochwasserschutz zu gewährleisten. Unser Unternehmen übernahm die Sanierung dieser denkmalgeschützten Struktur im Auftrag der ReGe Hamburg, wobei besonderer Wert auf den Erhalt der historischen Substanz gelegt wurde. Die Kaimauersanierung kombiniert traditionelles Handwerk mit modernen Bauverfahren, um sowohl denkmalpflegerischen als auch funktionalen Anforderungen gerecht zu werden.
🧱Historische Bestandskonstruktion
Die ursprüngliche Kaimauer aus dem späten 19. Jahrhundert besteht aus Ziegelmauerwerk, das auf Holzpfählen gegründet ist. Sowohl die wasser- als auch die landseitige Begrenzung erfolgt durch eine historische Holzspundwand.
Im Laufe der Jahrzehnte traten zahlreiche Schäden auf:
- Risse und Verformungen auf der Wasserseite
- Gelöste oder fehlende Gurtungen der Holzspundwand
- Fehlende Ziegel am Übergang zwischen Mauerwerk und Spundwand
- Versackungen an Gehweg- und Fahrbahnflächen auf der Landseite
Diese Schäden machten eine umfassende Sanierung erforderlich, um die Sicherheit, Stabilität und Langlebigkeit der Kaimauer sicherzustellen.
🛠 Sanierungskonzept und Bauausführung
Die Sanierung erfolgte auf etwa 145 Metern Länge durch den Einbau einer neuen, rückverankerten Spundwandkonstruktion. Diese umfasst:
- Stahlbetonholm zur Stabilisierung
- Mauerwerksverblendung in denkmalgerechter Optik
- Vorbeugende Sicherungsmaßnahmen auf den verbleibenden 25 Metern Bestandskonstruktion
Die historische Kaimauer wurde weitestgehend im Baugrund belassen, sodass die denkmalgeschützte Substanz erhalten bleibt. Ein Großteil der Arbeiten erfolgte von Wasser aus im Tidebereich der Elbe, was besondere Anforderungen an Sicherheit und Logistik stellte.
🧩Fertigteilverblendung
Eine Besonderheit des Projekts war die vorgezogene Herstellung der Betonfertigteile. Die Elemente mit den Abmessungen 2,5 x 5 Meter und einem Gewicht von 9 Tonnen pro Stück wurden vorab gefertigt, hinter den Bürogebäuden im Harburger Holzhafen gelagert und anschließend schubweise auf der Baustelle montiert. Dieses Vorgehen ermöglichte eine besonders hohe Bauqualität, reduzierte Arbeiten im Tidebereich und beschleunigte den Bauablauf.
⚡Technische Herausforderungen
Die innerstädtische Lage und die denkmalgeschützten Nachbargeribäude stellten zusätzliche Anforderungen an das Baustellenteam. Eine kreuzende Fernwärmeleitung, enge Platzverhältnisse für Maschinen und Material sowie die Arbeiten im Tidebereich der Elbe erforderten ein präzises Vermessungs- und Erschütterungsmonitong, um die historische Bestandskonstruktion zu sichern. Trotz dieser komplexen Rahmenbedingungen konnte das Projekt termingerecht umgesetzt werden.
🎯Ergebnisse und Ausblick
Die Kaimauersanierung sichert die historische Substanz für die kommenden Jahrzehnte und erhöht gleichzeitig die Stabilität und Sicherheit des Zollkanals. Viele Bauleistungen wurden von unserem eigenen Fachpersonal ausgeführt – vom Einbringen der Spundwände über die Stahlbetonarbeiten bis hin zur Mauerwerksverblendung.
Mit diesem Projekt zeigt unser Unternehmen seine Kompetenz in der Verbindung von denkmalgerechter Sanierung mit modernem Hafen- und Wasserbau und setzt damit Maßstäbe für zukünftige Projekte in historischen Hafenanlagen.
Daten und Fakten
Alle Details auf einen Blick.
LIG Hamburg, vertreten durch die ReGe Hamburg
Hamburg, Speicherstadt
5,6 Mio.
Januar 2021 - Februar 2023
Spundwandstahl: 2600 t
Verpresspfähle: 100 St.
Stahlbetonholm: 800 m³
Mauerwerksverblendung: 700 m²